Nachtrag: Vier Skizzen von Dr. Ipscher

In einer Mappe wurden im Wegemuseum nach Ablauf des 1. Projektes in einem blauen Block mehrere Skizzen gefunden, nachdem die Mappe in trockenerem Klima aufbewahrt wurde. Die Zeichnungen stammen höchstwahrscheinlich von Dr. Ipscher und dokumentieren seine Entwürfe für Isolier- und Quarantänestationen für die Schutztruppe in Duala und Kribi.

1901 wurde der Hauptsitz der Verwaltung und auch der Schutztruppe nach Buea verlegt, des für die Europäer besser verträglichen Klimas wegen. Dafür wurde die einheimische Bevölkerung vertrieben. In Duala verblieb aber die Sanitätsstation. 

Vier kolorierte Skizzen

Die drei auf blaue Pappe geklebten kolorierten topographischen Skizzen zeigen die schematische Darstellung der von Dr. Ipscher vorgeschlagenen Isolier- und Quarantänestationen für die Orte Duala, Deidodorf und Kribi. Ferner gibt es eine technische Zeichnung „Modell eines englischen 3000t Dampfers aus Liverpool“, deren Verwendung oder Zweck sich bisher noch nicht ausreichend erschlossen hat. Ob Dr. Georg Ipscher der Zeichner ist, müsste ein erweiterter Handschriftenabgleich klären.

Die Datierung fällt in das erste Jahr von Dr. Ipschers Entsendungszeit und korrespondiert mit dem Sanitätsbericht, den er für 1900–1901 abgefasst hatte. Es handelt sich um mit Details versehene Stadt- und Umgebungspläne, die mithilfe standardisierter kartografischer Symbole eine stadt- bzw. humangeografische Situation darstellen. Es ist denkbar, dass diese Skizzen von jemandem mit einer kartografischen Ausbildung angefertigt und dem Bericht beigefügt wurden, obwohl die Überschriften „Skizze der von mir vorgeschlagenen…“ dem widersprechen und klar auf Ipscher verweisen.

Der Fokus liegt auf dem funktionalen Zusammenspiel von geomorphologischen Gegebenheiten (Sümpfe, Flüsse, Mangroven, Meer), den Wohn- und Arbeitsgebäuden der Kolonialbeamten und deren Familien sowie der Infrastruktur, den Wohngebäuden der einheimischen Bevölkerung und der medizinischen Versorgung (Lazarette und Quarantänestationen).

(Dr. Kerstin Volker-Saad)

Lageplan von Duala

Skizzen von Dr. Ipscher

Lageplan von Kribi

Skizze von Dr. Ipscher (Kribi)

Schiffsmodell

General-Sanitätsbericht für 1900/1901

Dr. Ipscher verfasste den General-Sanitätsbericht der kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun 1900/1901.

Er identifizierte die Probleme der Region, vor allem Malaria und deren Prophylaxe, und wertete die Aktivitäten der Truppe in Duala medizinisch aus. “Expeditionen” und “dauernde Streifzüge” bei Jaunde, Kribi und Ebolova sowie die Unterwerfung der Königstümer stellte er kurz und nüchtern dar, z.B. „Mitte August war von Joko aus mit Hilfe der Station Jaunde und Kribi der Zug nach Tibati und Ngaundere angetreten.“ Er bezog sich auf bei Strafexpeditionen beteiligte Ärzte, als es um Pockenfälle unter den Soldaten ging. Historisch relevante Fakten dokumentierte er eher nebenbei, etwa in den Statistiken über Verletzungen, „da sie ein Bild von der Schwere und Dauer der Kämpfe der einzelnen Kompagnien“ gaben.

Obwohl er ortskundig die Spezifik der Regionen beschreibt, die er bereist haben muss, konnte noch kein Hinweis darauf gefunden werden, dass er an den genannten militärischen Expeditionen teilgenommen hatte.

Seine Sammlung könnte er aber mit Objekten von Expeditionsteilnehmern ergänzt haben. Dies lässt sich u.a. aus Briefen an Graf von Linden ableiten.

Anscheinend hat sich Dr. Ipscher auch nach 1903 mit Tropenkrankheiten beschäftigt. Auf dem Deutschen Kolonialkongress 1905 wird er mit einem Diskussionsbeitrag zu Vorbeugungsmaßnahmen bei Schwarzwasserfieber genannt und in der Stammliste der Kaiser-Wilhelms-Akademie ist zu lesen “Er betätigte sich literarisch auf dem Gebiete der Tropenkrankheiten.”

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