{"id":152,"date":"2022-03-06T16:58:24","date_gmt":"2022-03-06T16:58:24","guid":{"rendered":"https:\/\/museumontour.de\/?p=152"},"modified":"2022-12-10T15:40:18","modified_gmt":"2022-12-10T15:40:18","slug":"02-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/uk\/etappe\/tourismus\/stadtrundgang\/02-stadt\/","title":{"rendered":"02 \u043c\u0456\u0441\u0442\u043e"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Stadt Wusterhausen liegt idyllisch gelegen am Klempowsee, auf einem D\u00fcnenberg im Urstromtal der Dosse.<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"\">Wichtiger Dosse\u00fcbergang am Klempowsee<\/h3>\n<p>Wusterhausen lag am Handelsweg zwischen Berlin und Hamburg und an die Ostsee und an der Dosse als Nord-S\u00fcd-Verbindung zur Elbe. Die Wegeverbindungen zu Land und zu Wasser kreuzten sich hier und boten ideale Bedingungen f\u00fcr eine Siedlung. Die \u00e4ltesten Funde im Stadtgebiet stammen aus der Steinzeit.<\/p>\n<h3>13. &#8211; 16. Jahrhundert&nbsp;<\/h3>\n<p>Zwischen 1232 und 1250 bekam Wusterhausen das Stendaler Stadtrecht durch die Edlen von Plotho verliehen, die aber ab Ende des 13. Jh. keine Erw\u00e4hnung mehr finden (wahrscheinlich ausgestorben im Mannestamm). Die Stadt war dann markgr\u00e4flich (Immediatstadt). Weil der Markgraf nach mehreren Belehnungen ab 1349 die Stadt endg\u00fcltig an die Grafen von Lindow als Lehen vergab, geh\u00f6rte Wusterhausen bis 1524 (Aussterben der Grafen von Lindow) zur Herrschaft Ruppin und wurde erst dann wieder Immediatstadt, also dem Markgrafen direkt unterstellt.<\/p>\n<p>Trotzdem: &nbsp;Bl\u00fctezeit im Mittelalter, nicht zuletzt wegen der Lage an Kreuzung zwischen Dosse (Nord-S\u00fcd-Wasserweg) und Stra\u00dfe (Ost- West Berlin-Hamburg), Salzhandelsprivileg f\u00fcr die Region zwischen Dosse und Temnitz, Handelszentrum, bis zu 4 Br\u00fccken mit entsprechendem Zoll.<\/p>\n<h3>Das Wappen<\/h3>\n<p>Wappen \u2013 auf der rechten Seite die halbe rote Plothosche Lilie auf silbernem Grund, Auf der linken Seite befindet sich der halbe silberne Arnsteiner Adler auf rotem Grund.<\/p>\n<h3>3 Stadttore<\/h3>\n<p>Die Stadt entstand an der Stelle einer slawischen Besiedlung und wurde &#8211; wie alle Prignitzst\u00e4dte &#8211; planm\u00e4\u00dfig errichtet. Kirche und Markt mit Rathaus, M\u00fchle und Heiliggeist-Hospital sind schon fr\u00fch erw\u00e4hnt. Stadtmauer: im 13. Jahrhundert errichtet. Es existierten 3 Stadttore: das Kyritzer Tor, das Wildberger Tor und das Kampehler Tor. Erhalten sind nur noch Reste der Backsteinmauer mit zwei Wehrt\u00fcrmen, der Rest wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach abgerissen <\/p>\n<h3>Niedergang<\/h3>\n<p>Sp\u00e4testens mit den Verheerungen des 30-j\u00e4hrigen Krieges verlor die Stadt an Bedeutung. Dazu kamen mehrere verheerende Br\u00e4nde, der letzte 1758. Wusterhausen\/Dosse wurde zur Ackerb\u00fcrgerstadt.&nbsp;<\/p>\n<p>1758 verbrannten 2\/3 der Stadt, der gesamte Marktplatz und ein gro\u00dfer Teil der s\u00fcdlichen Stadt, w\u00e4hrend beim gro\u00dfen Brand von 1636 der n\u00f6rdliche Teil betroffen war. Mit dem mittelalterlichen Rathaus ging auch das Stadtarchiv verloren.<\/p>\n<h3>Garnison<\/h3>\n<p>Wusterhausen war \u00fcber 100 Jahre Garnisonsort. Hier waren ab Anfang des 18. Jh. zwei Kompanien der \u201eGelben Reiter\u201c zu je 100 Mann stationiert (wie in fast allen Prignitzst\u00e4dten). Den Spitznamen \u201eGelbe Reiter\u201c erhielten die Soldaten durch ihre zitronengelben Reitjacken. Sie wurden 1806 bei Jena und Auerstedt aufgerieben.<\/p>\n<p>Im Jahr 1810 wurden auf Befehl des Preu\u00dfischen K\u00f6nigs die B\u00fcrgergarden eingerichtet. Sie bildeten eine Art Gendarmerie und wurden in den kleineren St\u00e4dten 1813 wieder aufgel\u00f6st. Ab 1860 war dann eine Garnison der Ulanen in Wusterhausen stationiert. 1875 wurden die letzten Soldaten nach Perleberg verlegt. Damit endete die Geschichte der Wusterhausener Garnison.Wichtig f\u00fcr den Markt: Nach dem Stadtbrand 1758 wurde der Markt nicht wieder bebaut &#8211; bis aufs Rathaus. Die freie Fl\u00e4che wurde von den Gelben Reitern als Exerzierplatz genutzt (analog zu Neuruppin).&nbsp;Als 1812 die Kreise neu aufgestellt wurden und Kyritz Kreisstadt der Ostprignitz wurde, blieb Wusterhausen im Kreis Ruppin eine Kleinstadt am Rand.<\/p>\n<h3>19. Jahrhundert&nbsp;<\/h3>\n<p>Schusterhausen \u2013 Mitte des Jahrhunderts sollen bis zu 98 Schusterwerkst\u00e4tten im Ort ans\u00e4ssig gewesen sein. Der Verkauf der Arbeitsschuhe ging meist nach Berlin.<\/p>\n<p>Die Lage an der Strecke Berlin &#8211; Hamburg war ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Stadt. Erst erst 1830 war die Berlin-Hamburger Chaussee fertig und die Postkutschen rollten nun schneller nach Hamburg &#8211; bis die Eisenbahn kam. Die Bahnstrecke Berlin &#8211; Hamburg wurde 1846 fertig, aber der Bahnhof war in Neustadt. In Wusterhausen gab es erst im Dezember 1886 Anschluss ans Bahnnetz auf der Nebenstrecke &#8211; die Stadt war abgeh\u00e4ngt. Auch die Verbindung Neuruppin-Havelberg wurde \u00fcber B\u00fcckwitz und Neustadt gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Die langsame Ansiedlung von Handwerk und Gewerbe f\u00fchrte zur Stadterweiterung an der Berliner Stra\u00dfe. Um 1900 Aufschwung durch die \u201eSommerfrische\u201c der Berliner, vor allem am See. Schon um 1900 gab es die Damen- und die Herrenbadeanstalt sowie Bootsfahrten auf dem See. 1928 entstand das neue Strandbad und die Fahrgastschifffahrt entwickelte sich. Bis zum Kriegsbeginn 1939 wurde der See zum Erholungsgebiet ausgebaut, dann stagnierte diese Entwicklung.<\/p>\n<h3>DDR-Zeit<\/h3>\n<p>Hier wurde Wusterhausen Standort der Bezirkstierklinik, es gab einen gro\u00dfen Gefl\u00fcgelschlachthof und die Landwirtschaftsschule, aber ansonsten: Kleinstadt im Kreis Kyritz, ab 1952 ging auch das Gericht in die Kreisstadt, nur der Tourismus blieb als wichtiger Wirtschaftsfaktor.<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-id=\"160\" title=\"W333-1200\" src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/W333-1200-1024x459.jpg\" data-src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/W333-1200-1024x459.jpg\" loading=\"lazy\" data-sizes=\"{&quot;thumbnail&quot;:{&quot;height&quot;:150,&quot;width&quot;:150,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/W333-1200-150x150.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;medium&quot;:{&quot;height&quot;:135,&quot;width&quot;:300,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/W333-1200-300x135.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;large&quot;:{&quot;height&quot;:459,&quot;width&quot;:1024,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/W333-1200-1024x459.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;full&quot;:{&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/W333-1200.jpg&quot;,&quot;height&quot;:538,&quot;width&quot;:1200,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;}}\" style=\"\" width=\"1200\" height=\"538\"><\/span><\/p>\n<p data-position=\"below\" data-selector=\"[data-css=&quot;tve-u-17f6055cd6b&quot;] .wp-caption-text.thrv-inline-text\">\u200b\u200b\u00c4lteste Stadtansicht Anfang des 18. Jahrhunderts, Stich von Daniel Petzold<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Marktplatz 1839\" data-id=\"161\" title=\"Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200\" src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200-1024x698.jpg\" data-src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200-1024x698.jpg\" loading=\"lazy\" data-sizes=\"{&quot;thumbnail&quot;:{&quot;height&quot;:150,&quot;width&quot;:150,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200-150x150.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;medium&quot;:{&quot;height&quot;:205,&quot;width&quot;:300,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200-300x205.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;large&quot;:{&quot;height&quot;:698,&quot;width&quot;:1024,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200-1024x698.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;full&quot;:{&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Marktplatz1839_Kopie_Dombrowski-1200.jpg&quot;,&quot;height&quot;:818,&quot;width&quot;:1200,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;}}\" style=\"\" width=\"1200\" height=\"818\"><\/span><\/p>\n<p data-position=\"below\" data-selector=\"[data-css=&quot;tve-u-17f6055cd6b&quot;] .wp-caption-text.thrv-inline-text\">Marktplatz 1839, Gem\u00e4lde von Theophil Dombrowski nach einer Stadtansicht von Wilhelm Barth<\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-id=\"162\" title=\"H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200\" src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200-1024x682.jpg\" data-src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200-1024x682.jpg\" loading=\"lazy\" data-sizes=\"{&quot;thumbnail&quot;:{&quot;height&quot;:150,&quot;width&quot;:150,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200-150x150.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;medium&quot;:{&quot;height&quot;:200,&quot;width&quot;:300,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200-300x200.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;large&quot;:{&quot;height&quot;:682,&quot;width&quot;:1024,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200-1024x682.jpg&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;},&quot;full&quot;:{&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/H2_20170518_Wusterhausen_03REG-1200.jpg&quot;,&quot;height&quot;:799,&quot;width&quot;:1200,&quot;orientation&quot;:&quot;landscape&quot;}}\" style=\"\" width=\"1200\" height=\"799\"><\/span><\/p>\n<p data-position=\"below\" data-selector=\"[data-css=&quot;tve-u-17f6055cd6b&quot;] .wp-caption-text.thrv-inline-text\"> Luftbild 2020, Foto: REG  <\/p>\n<p><span><img decoding=\"async\" alt=\"Stadtrundgang Karte Gesamtansicht\" data-id=\"1291\" data-init-width=\"1810\" data-init-height=\"2560\" title=\"Stadtrundgang-Karte-Gesamtansicht\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/wegemuseum-ontour.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Stadtrundgang-Karte-Gesamtansicht-scaled.jpg\" data-width=\"920\" data-height=\"1301\" width=\"920\" height=\"1301\"><\/span><\/p>\n<p>Stadtrundgang Karte Gesamtansicht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Wusterhausen liegt idyllisch gelegen am Klempowsee, auf einem D\u00fcnenberg im Urstromtal der Dosse. 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Die Wegeverbindungen zu Land und zu Wasser kreuzten sich hier und boten ideale Bedingungen f\u00fcr eine Siedlung. Die \u00e4ltesten Funde im Stadtgebiet stammen aus der Steinzeit.<\/p><h3 class=\"\">13. - 16. Jahrhundert&nbsp;<\/h3><p>Zwischen 1232 und 1250 bekam Wusterhausen das Stendaler Stadtrecht durch die Edlen von Plotho verliehen, die aber ab Ende des 13. Jh. keine Erw\u00e4hnung mehr finden (wahrscheinlich ausgestorben im Mannestamm). Die Stadt war dann markgr\u00e4flich (Immediatstadt). Weil der Markgraf nach mehreren Belehnungen ab 1349 die Stadt endg\u00fcltig an die Grafen von Lindow als Lehen vergab, geh\u00f6rte Wusterhausen bis 1524 (Aussterben der Grafen von Lindow) zur Herrschaft Ruppin und wurde erst dann wieder Immediatstadt, also dem Markgrafen direkt unterstellt.<\/p><p>Trotzdem: &nbsp;Bl\u00fctezeit im Mittelalter, nicht zuletzt wegen der Lage an Kreuzung zwischen Dosse (Nord-S\u00fcd-Wasserweg) und Stra\u00dfe (Ost- West Berlin-Hamburg), Salzhandelsprivileg f\u00fcr die Region zwischen Dosse und Temnitz, Handelszentrum, bis zu 4 Br\u00fccken mit entsprechendem Zoll.<\/p><h3 class=\"\">Das Wappen<\/h3><p>Wappen \u2013 auf der rechten Seite die halbe rote Plothosche Lilie auf silbernem Grund, Auf der linken Seite befindet sich der halbe silberne Arnsteiner Adler auf rotem Grund.<\/p><h3 class=\"\">3 Stadttore<\/h3><p>Die Stadt entstand an der Stelle einer slawischen Besiedlung und wurde - wie alle Prignitzst\u00e4dte - planm\u00e4\u00dfig errichtet. Kirche und Markt mit Rathaus, M\u00fchle und Heiliggeist-Hospital sind schon fr\u00fch erw\u00e4hnt. Stadtmauer: im 13. Jahrhundert errichtet. Es existierten 3 Stadttore: das Kyritzer Tor, das Wildberger Tor und das Kampehler Tor. Erhalten sind nur noch Reste der Backsteinmauer mit zwei Wehrt\u00fcrmen, der Rest wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach abgerissen <br><\/p><h3 class=\"\">Niedergang<\/h3><p>Sp\u00e4testens mit den Verheerungen des 30-j\u00e4hrigen Krieges verlor die Stadt an Bedeutung. Dazu kamen mehrere verheerende Br\u00e4nde, der letzte 1758. Wusterhausen\/Dosse wurde zur Ackerb\u00fcrgerstadt.&nbsp;<\/p><p>1758 verbrannten 2\/3 der Stadt, der gesamte Marktplatz und ein gro\u00dfer Teil der s\u00fcdlichen Stadt, w\u00e4hrend beim gro\u00dfen Brand von 1636 der n\u00f6rdliche Teil betroffen war. Mit dem mittelalterlichen Rathaus ging auch das Stadtarchiv verloren.<\/p><h3 class=\"\">Garnison<\/h3><p>Wusterhausen war \u00fcber 100 Jahre Garnisonsort. Hier waren ab Anfang des 18. Jh. zwei Kompanien der \u201eGelben Reiter\u201c zu je 100 Mann stationiert (wie in fast allen Prignitzst\u00e4dten). Den Spitznamen \u201eGelbe Reiter\u201c erhielten die Soldaten durch ihre zitronengelben Reitjacken. Sie wurden 1806 bei Jena und Auerstedt aufgerieben.<\/p><p>Im Jahr 1810 wurden auf Befehl des Preu\u00dfischen K\u00f6nigs die B\u00fcrgergarden eingerichtet. Sie bildeten eine Art Gendarmerie und wurden in den kleineren St\u00e4dten 1813 wieder aufgel\u00f6st. Ab 1860 war dann eine Garnison der Ulanen in Wusterhausen stationiert. 1875 wurden die letzten Soldaten nach Perleberg verlegt. Damit endete die Geschichte der Wusterhausener Garnison.<br><br>Wichtig f\u00fcr den Markt: Nach dem Stadtbrand 1758 wurde der Markt nicht wieder bebaut - bis aufs Rathaus. Die freie Fl\u00e4che wurde von den Gelben Reitern als Exerzierplatz genutzt (analog zu Neuruppin).&nbsp;<br><br>Als 1812 die Kreise neu aufgestellt wurden und Kyritz Kreisstadt der Ostprignitz wurde, blieb Wusterhausen im Kreis Ruppin eine Kleinstadt am Rand.<\/p><h3 class=\"\">19. Jahrhundert&nbsp;<\/h3><p>Schusterhausen \u2013 Mitte des Jahrhunderts sollen bis zu 98 Schusterwerkst\u00e4tten im Ort ans\u00e4ssig gewesen sein. Der Verkauf der Arbeitsschuhe ging meist nach Berlin.<\/p><p>Die Lage an der Strecke Berlin - Hamburg war ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Stadt. Erst erst 1830 war die Berlin-Hamburger Chaussee fertig und die Postkutschen rollten nun schneller nach Hamburg - bis die Eisenbahn kam. Die Bahnstrecke Berlin - Hamburg wurde 1846 fertig, aber der Bahnhof war in Neustadt. In Wusterhausen gab es erst im Dezember 1886 Anschluss ans Bahnnetz auf der Nebenstrecke - die Stadt war abgeh\u00e4ngt. Auch die Verbindung Neuruppin-Havelberg wurde \u00fcber B\u00fcckwitz und Neustadt gef\u00fchrt. <br><\/p><p>Die langsame Ansiedlung von Handwerk und Gewerbe f\u00fchrte zur Stadterweiterung an der Berliner Stra\u00dfe. <br>Um 1900 Aufschwung durch die \u201eSommerfrische\u201c der Berliner, vor allem am See. Schon um 1900 gab es die Damen- und die Herrenbadeanstalt sowie Bootsfahrten auf dem See. 1928 entstand das neue Strandbad und die Fahrgastschifffahrt entwickelte sich. Bis zum Kriegsbeginn 1939 wurde der See zum Erholungsgebiet ausgebaut, dann stagnierte diese Entwicklung.<\/p><h3 class=\"\">DDR-Zeit<\/h3><p>Hier wurde Wusterhausen Standort der Bezirkstierklinik, es gab einen gro\u00dfen Gefl\u00fcgelschlachthof und die Landwirtschaftsschule, aber ansonsten: Kleinstadt im Kreis Kyritz, ab 1952 ging auch das Gericht in die Kreisstadt, nur der Tourismus blieb als wichtiger Wirtschaftsfaktor.<\/p><\/div><\/div><\/div><div class=\"tcb-flex-col\"><div class=\"tcb-col\"><div class=\"thrv_wrapper tcb-image-gallery tcb-has-arrows\" data-type=\"verticalMasonry\" data-click-behavior=\"fullscreen\" data-thumbnail-size=\"auto\" data-fullscreen-size=\"large\" data-crop-images=\"true\" data-css=\"tve-u-17f6055cd6b\" style=\"\" data-caption=\"true\" data-caption-lightbox=\"true\"><div class=\"tcb-image-gallery-container tve-prevent-content-edit masonry\" style=\"min-height: 287.047px; position: relative; height: 945.049px;\" data-masonry=\"{&quot;itemSelector&quot;:&quot;.thrv_wrapper.tve_image_caption&quot;,&quot;gutter&quot;:0,&quot;transitionDuration&quot;:0}\"><div data-id=\"160\" data-caption=\"\u00c4lteste Stadtansicht Anfang des 18. 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Gesamtansicht<\/p><\/div><div class=\"thrv_wrapper thrv-columns\" style=\"--tcb-col-el-width: 920;\"><div class=\"tcb-flex-row v-2 tcb--cols--2\"><div class=\"tcb-flex-col\" style=\"\" data-css=\"tve-u-183e675b0d8\"><div class=\"tcb-col\"><div class=\"tcb-clear\" data-css=\"tve-u-183e675b0db\"><div class=\"thrv_wrapper thrv-button thrv-button-v2 tcb-local-vars-root tcb-with-icon\" data-button-style=\"btn-tpl-61285\" data-css=\"tve-u-183e675b0d1\" data-tcb_hover_state_parent=\"\"><div class=\"thrive-colors-palette-config\" style=\"display: none !important\">__CONFIG_colors_palette__{\"active_palette\":0,\"config\":{\"colors\":{\"ab5e8\":{\"name\":\"Main Accent\",\"parent\":-1},\"0f748\":{\"name\":\"Accent Dark\",\"parent\":\"ab5e8\",\"lock\":{\"saturation\":1}}},\"gradients\":[]},\"palettes\":[{\"name\":\"Default\",\"value\":{\"colors\":{\"ab5e8\":{\"val\":\"var(--tcb-skin-color-24)\"},\"0f748\":{\"val\":\"rgb(3, 2, 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