Dr. Wilhelm Ipscher - Der Vater

Geboren am 25.11.1833 in Berlin, gestorben am 8.1.1903 in Wusterhausen, wohnhaft in der Friedrichstraße 117 (1927 ist das Friedrichstraße 3, heute Am Markt 34).

Er war verheiratet mit Julie Boursault (1847–1893) und in 2.Ehe ab 1897 mit der Schulvorsteherin Elisabeth Lentze (geboren 1847, verstorben oder weggezogen vor 1936), 1897 wohnhaft Neue Poststraße 205 (heute Nr. 2), im Adressbuch 1927 als Sanitätsratswitwe in Markt 8 aufgeführt (heute Am Markt 18).

Zu seinem Leben sind viele Dokumente erhalten, die noch zu transkribieren und aufzuarbeiten.

Seine Rolle in Wusterhausen muss bedeutend gewesen sein, nicht nur als Landarzt, sondern auch in seinem christlichen, sozialen und politische Engagement.

Freimaurerzeitung vom 13.6.1896. Hervorzuheben sind noch die Worte eines alten, ehrwürdigen Bruders, des Dr. Ipscher, [] er gedachte in der ihm eigenen Beredsamkeit der heimgegangenen Stifter.

Besonders beeindruckend ist der Nachruf in den “Protestantischen Flugblättern” (Organ des Protestanten-Vereins), Nr. 2 / 1903

Nachruf auf Dr. Wilhelm Ipscher 1903 

Aus dem Nachruf in den Protestantischen Flugblättern (Organ des Protestanten-Vereins), Nr. 2 / 1903

Wer den früheren Protestantentagen beigewohnt hat, wird sich eines unscheinbaren, aber geistig bedeutenden Mannes erinnern.

Ipscher war nicht nur der eifrigste Hörer: er setzte das empfangene Wort in Tat und Wahrheit um. Es bot sich ihm als Arzt nur zu reichliche Gelegenheit in mannhafter Charakterfestigkeit gegen Unverstand und Stumpfheit anzukämpfen.

Sein wissenschaftliches Interesse wandte sich besonders der Biologie zu, eine Neigung, die ihm bis in sein spätestes Lebensalter verblieb. Er promovierte im August 1856. Ein Jahr darauf ließ er sich in Wusterhausen nieder und hat von hier aus bis an sein Lebensende die mühevolle Praxis eines Landarztes ausgeübt.

Im Besitz des vollen Vertrauens seiner Mitbürger gründete er … eine Kreditgenossenschaft, die er 34 Jahre aufopferungsvoll geleitet.

Als Stadtverordneter, als Beisitzer des Magistrats ist er der eigentliche Leiter der Städtischen Verwaltung geworden. Auf seinen Landfahrten war er nicht nur der ersehnte Arzt, sondern auch der Vertrauensmann der Bauern.

Erwähnt bei Fontane - Dr. Wilhelm Ipscher

Dr. Wilhelm Ipscher wird im Brief von Theodor Fontane an seine Frau Emilie am Abend seiner Ankunft am 16.9.1873 in Wusterhausen erwähnt.

Theodor Fontane besuchte Wusterhausen am 16. und 17. 9. 1873. Er nächtigte im Hotel “Schwarzer Adler” in der St.-Petri-Straße. Als er sich hinsetzte, um einen Brief an seine Frau zu beginnen, wurde er von “Herrn Dr. Ipscher, dessen Bekanntschaft ich im Omnibus gemacht hatte, und der hier die Doppelaufgaben Traubes und Langenbecks löst, unterbrochen, um aus meinem Zimmer in die Wirthsstube abgeholt zu werden.” Hier trafen sie auf den Bürgermeister, den Apotheker und den ersten Kaufmann der Stadt und fabulierten fleißig bis halb eins.

Dr. Wilhelm Ipscher muss Theodor Fontane sehr beeindruckt haben - er vergleicht ihn mit zwei bedeutenden Medizinern der Charité!

Aufgaben Traubes – gemeint ist wahrscheinlich der bedeutende Berliner Arzt Ludwig Traube (1818-1876), Mitbegründer der experimentellen Pathologie, und Langenbecks – Bernhard von Langenbeck (1810–1887), deutscher Chirurg und Leiter der Charité 1848–1882.

Geschwister

Hedwig Ipscher 1936 
Quelle: 
Foto aus dem Nachlass von Inge Jerichow, Enkelin von Ernst Trieloff


Hedwig Ipscher 1936 Quelle: Foto aus dem Nachlass von Inge Jerichow, Enkelin von Ernst Trieloff

Hedwig Ipscher, geboren am 4.10.1870 in Wusterhausen/Dosse, unverehelicht verstorben am 9.6.1944 in Wusterhausen/Dosse

Zwei Brüder von Georg Ipscher wohnten in Berlin:

Fritz und Wilhelm sowie Paul, der auch Trauzeuge bei der 2. Heirat des Vaters am 10.7.1897 war.

Schwester Hedwig wurde von der Familie Trieloff “Tante Hete” genannt. Das Foto stammt von einem gemeinsamen Besuch bei Amtsrichter Alfred Mamroth in Berlin. Ernst Trieloff war ein Wusterhausener Baumeister und Vermieter der Wohnung im Haus in der Promenade Nr. 1a (heute Promenade Nr. 5).

Dr. Georg Ipscher wohnte 1935 lt. Sterbeurkunde auch dort. Im Januar 1944 benennt Hedwig Ipscher ihre Nichte Fräulein Hedwig Ipscher als Alleinerbin, wohnhaft in Berlin. Außer ihr gab es 6 weitere Nichten und Neffen. Charlotte Lasch, geborene Ipscher wohnte lt. Erbschein im Juni 1944 in der Promenade 1a in Wusterhausen. 

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