Was ich aus dem Projekt gelernt habe
Bei den Recherchen zu unserer Ausstellung wurde mir bewusst, wie wenig ich von Afrika und speziell zu Kamerun weiß. Meist geht es um die Natur und die Tierwelt – die afrikanischen Menschen treten dann als Wildhüter oder Wilderer in Erscheinung. Aber bereits die Fotos aus der Zeit um 1900 sprechen eine andere Sprache – Menschen in einer großen Hafenstadt, in engem Kontakt mit den Europäern, aber auch mit einer eigenen Kultur, zu der die Sammlungen in den Museen – wie eben auch die des Dr. Ipscher – nur einen begrenzten Zugang ermöglichen.
Trotz unserer vielfältigen vernetzten Möglichkeiten war das Recherchieren mühevoll und brachte widersprüchliche Ergebnisse. Veraltete Angaben, falsche Bezeichnungen und vor allem zu wenig Information aus afrikanischer Sicht erschwerten es, sich ein Bild vom Leben im Kamerun heute oder um 1900 zu machen. Dass Afrika immer noch nicht gleichberechtigt wahrgenommen wird, wurde mir dabei sehr deutlich. Die meisten leicht zugänglichen Informationen spiegeln immer noch die europäische Sicht wider. Und wem ist schon bewusst, dass der ganze Kontinent auf unseren Landkarten im Verhältnis zur Nordhalbkugel zu klein dargestellt ist oder dass die Internet-Bildsuche Gesichter schwarzer Menschen nicht so gut identifiziert wie die Weißer oder welche bedeutende Rolle Afrika in der globalen Entwicklung wirklich einnimmt?
Ich freue mich, unsere kleine Sammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen zu können und hoffe, dass sie all denen hilft, die die Geschichte Kameruns für nachfolgende Generationen aufbereiten und damit zu einer gleichberechtigten und gerechteren Welt beitragen.
Katharina-A. Zimmermann
Museumsleiterin
Danksagung
Unsere Ausstellung konnte nur zustande kommen durch die Unterstützung vieler Menschen, die hier genannt werden sollen:
- Dr. Kerstin Volker-Saad, auf deren Forschungen unsere Texte basieren
- das Stuttgarter Linden-Museum für die Bereitstellung der Archivalien und des Fotos, insbesondere Markus Himmelsbach für die Unterstützung bei der Recherche zu den Objekten aus der Sammlung Ipscher
- Bärbel Hartwig, die die Fotos für das Museum sicherte
- Inge Jerichow, die sie fand und uns die Überlieferungen aus ihrer Familie mitteilte
- Familie Kanow, die dem Museum die meisten Objekte schenkten
- Ronja Oberhammer und Lorenz Kienzle als Fotografen für die Reproduktionen und Objektfotos
- Familie Scholtz
- Helmut Klohs
- Melanie Metzlaff
- Gemeinde Wusterhausen/Dosse und Kulturverein Wusterhausen e.V.
Die Quellenangaben entnehmen Sie bitte unserer Begleitpräsentation.
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